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aquarell-malen.com

Perspektive zeichnen mit Fluchtpunkt

Verschieb die Fluchtpunkte und sieh sofort, wie sich ein Würfel oder eine Häuserzeile verändert. Das Raster kannst du ausdrucken und unter dein Papier legen.

Ausprobieren
Aquarell einer Altstadtgasse, deren Häuserkanten zu einem Fluchtpunkt am Kirchturm laufen

Ein Haus. Ein Fluchtpunkt.

Experiment 1

Beobachten

Schieb den Fluchtpunkt nach rechts und links. Die Seitenwand verändert sich, die Vorderseite behält ihre Form. Liegt der Punkt hinter dem Haus, verschwindet die Seite ganz.

Experiment 2

Augenhöhe ändern

Liegt der Horizont über der Dachkante, siehst du das Dach von oben. Liegt er darunter, verschwindet diese Ansicht. So sieht ein Haus aus, wenn du davor stehst.

Experiment 3

Auf Papier übertragen

Zeichne einen Horizont und ein Rechteck. Verbinde seine Ecken leicht mit dem Fluchtpunkt und begrenze die Tiefe mit einer Senkrechten. Fertig ist dein erstes Haus in Perspektive.

Profi-Modus: 1, 2 oder 3 Fluchtpunkte

Hier ziehst du die Fluchtpunkte direkt mit Maus oder Finger, wechselst zwischen Würfel und Häuserzeile und druckst dir das Raster aus.

Zieh die roten Punkte mit Maus oder Finger. Wenn du einen Punkt auf dem Horizont nach oben oder unten ziehst, wandert der Horizont mit. Mit der Tab-Taste und den Pfeiltasten geht es auch ohne Maus.

Was ist ein Fluchtpunkt?

Stell dich auf eine gerade Straße oder zwischen zwei Bahngleise. Die Ränder laufen in der Ferne scheinbar zusammen, obwohl sie in Wirklichkeit parallel sind. Der Punkt, in dem sie sich treffen, heißt Fluchtpunkt. Alle Linien, die vom Betrachter weg in die Tiefe führen, laufen auf so einen Punkt zu.

Die Fluchtpunkte liegen auf dem Horizont. Das ist die Linie, an der Himmel und Erde scheinbar aufeinandertreffen. Im Bild liegt der Horizont immer auf deiner Augenhöhe. Sitzt du, liegt er tiefer, stehst du auf einem Turm, liegt er hoch.

Ein, zwei oder drei Fluchtpunkte

Ein Fluchtpunkt

Du schaust frontal auf ein Haus oder in eine Straße hinein. Die Vorderseiten bleiben gerade Rechtecke. Nur die Linien in die Tiefe laufen zum Fluchtpunkt. Das passt für Straßen, Alleen, Flure und Bahngleise.

Zwei Fluchtpunkte

Du schaust auf eine Ecke. Die senkrechten Kanten bleiben senkrecht. Die eine Hauswand läuft nach links zum ersten Punkt, die andere nach rechts zum zweiten. So siehst du die meisten Gebäude, wenn du durch eine Stadt gehst.

Drei Fluchtpunkte

Du schaust steil nach oben oder unten, etwa an einem Hochhaus hinauf oder von einem Turm hinab. Dann laufen auch die senkrechten Kanten zusammen, im dritten Fluchtpunkt über oder unter dem Bild. Für Aquarell brauchst du das selten, es zeigt aber gut, wie Perspektive funktioniert.

Drei Übungen

  1. Zeichne eine Linie quer über das Blatt als Horizont und setz einen Punkt in die Mitte. Zeichne darunter fünf Rechtecke in verschiedenen Größen und verbinde ihre Ecken mit dem Punkt. Schon schweben fünf Kästen im Raum.
  2. Stell eine Schachtel vor dich auf den Tisch, mit einer Ecke zu dir. Such im Werkzeug die Einstellung mit zwei Fluchtpunkten, die so aussieht wie deine Schachtel, und zeichne sie ab.
  3. Zeichne eine Straße mit einem Fluchtpunkt. Setze links und rechts Häuser, deren Dach- und Bodenlinien zum Punkt laufen. Fenster und Türen werden nach hinten immer schmaler.

Perspektive im Aquarell nutzen

Im Aquarell zeichnest du die Perspektive nur ganz leicht mit Bleistift vor. Wenige Linien reichen: Horizont, Fluchtpunkt und die Hauptkanten. Alles andere entsteht mit dem Pinsel. Das gedruckte Raster kannst du auf einem Leuchttisch oder am Fenster unter das Papier legen und nur die Linien abpausen, die du brauchst.

Für eine Straßenszene malst du zuerst den Himmel nass in nass. Nach dem Trocknen folgen die Hauswände in hellen Tönen, dann die Schattenseiten. Die Häuser in der Ferne bekommen blassere, kühlere Farben, die vorderen kräftigere und wärmere. Dieser Farbunterschied verstärkt die Tiefe zusätzlich. Welche Farben warm und kühl wirken, zeigt der Farbkreis, passende Grautöne für Schatten findest du beim Farben mischen.

Lass den Horizont im Bild nicht genau in der Mitte. Liegt er im oberen oder unteren Drittel, wirkt das Bild ruhiger und spannender zugleich.

Häufige Fragen

Wo liegt der Fluchtpunkt?

Immer auf dem Horizont, also auf deiner Augenhöhe. Bei zwei Fluchtpunkten liegen beide auf derselben Linie, oft weit links und rechts außerhalb des Bildes.

Wie zeichne ich mit zwei Fluchtpunkten?

Zeichne den Horizont mit zwei Punkten. Setz eine senkrechte Kante als vordere Ecke und verbinde ihr oberes und unteres Ende mit beiden Punkten. Dort, wo das Haus enden soll, ziehst du die nächste Senkrechte.

Brauche ich Perspektive für Aquarell?

Für Blumen kaum, für Häuser, Straßen und Innenräume schon. Ein paar leichte Hilfslinien machen das Bild glaubwürdig, auch wenn du danach locker malst.