Zum Inhalt springen
aquarell-malen.com

Aquarellfarben richtig auswählen

Im Laden stehen Kästen für 10 Euro neben Kästen für 200 Euro. Hier steht, worin sie sich unterscheiden und welche Farben du für den Anfang wirklich brauchst.

Unterschiede ansehen
Aquarellkasten mit halben Näpfchen und Mischfeldern
Foto: Les.aqua, Wikimedia Commons, CC0

Studienqualität oder Künstlerqualität

Fast alle Hersteller bieten zwei Linien an. Studienfarben enthalten weniger Pigment und mehr Füllstoff. Sie sind günstiger, leuchten aber etwas weniger und lassen sich schwerer in kräftigen Tönen mischen. Künstlerfarben haben einen hohen Pigmentanteil und oft nur ein Pigment pro Farbe. Dadurch bleiben Mischungen klarer.

Für den Anfang reicht Studienqualität gut aus. Wichtiger als die Farbe ist das Papier. Steigst du später um, lohnt es sich, einzelne Lieblingsfarben in Künstlerqualität nachzukaufen statt gleich einen großen Kasten.

MarkeStudienlinieKünstlerlinie
SchminckeAkademie AquarellHoradam Aquarell
Winsor & NewtonCotmanProfessional Water Colour
Royal TalensVan GoghRembrandt
Daniel Smith(keine)Extra Fine Watercolors
Newskaya PalitraWhite Nights(keine)

White Nights wird oft zwischen beiden Stufen eingeordnet. Die Farben sind günstig, enthalten aber vergleichsweise viel Pigment.

Näpfchen oder Tuben

Näpfchen sind getrocknete Farbe in kleinen Schälchen. Du nimmst sie mit dem nassen Pinsel auf. Sie sind sauber, schnell griffbereit und gut für unterwegs. Für große Flächen brauchst du etwas Geduld, bis genug Farbe gelöst ist.

Tubenfarbe ist feucht und sofort kräftig. Damit mischst du schnell große Mengen, etwa für einen Himmel. Viele drücken Tubenfarbe in leere Näpfchen und lassen sie dort trocknen. So hast du beides. Für Anfänger ist ein Kasten mit halben Näpfchen der einfachste Start.

Die Angaben auf dem Etikett lesen

Pigmentnummer

Auf guten Farben steht ein Kürzel wie PB29 oder PY150. Das ist der Colour Index, eine weltweit einheitliche Bezeichnung des Pigments. PB29 ist zum Beispiel Ultramarinblau, PB15 Phthaloblau. So erkennst du, ob zwei Farben mit verschiedenen Namen eigentlich dasselbe Pigment sind. Und du siehst, ob eine Farbe aus einem oder mehreren Pigmenten gemischt ist.

Lichtechtheit

Sterne oder Zahlen zeigen, wie gut eine Farbe im Licht hält. Für Bilder, die an der Wand hängen sollen, nimmst du Farben mit der höchsten Stufe. Für Übungen und Karten ist das weniger wichtig.

Lasierend, deckend, granulierend

Ein Symbol zeigt, ob eine Farbe durchscheint oder deckt. Für Aquarell sind lasierende Farben am vielseitigsten. Granulierende Farben setzen sich in der Struktur des Papiers ab und ergeben eine körnige Fläche. Das sieht bei Steinen, Himmel und Wasser schön aus.

Welche Farben für den Anfang

Statt eines Kastens mit 24 Farben reichen sechs Grundfarben und zwei Erdtöne. Damit mischst du fast alles, was du brauchst. Wie das geht, zeigen der Farbkreis und der Farbmischer.

  • Zitronengelb und ein warmes Gelb wie Indischgelb
  • Ein warmes Rot wie Pyrrolrot und ein kühles Rot wie Chinacridonrosa
  • Ultramarinblau und Phthaloblau
  • Gebrannte Siena und gebrannte Umbra

Hast du schon einen fertigen Kasten, prüf anhand der Pigmentnummern, welche dieser Farben schon drin sind. Oft fehlt nur eine, etwa das kühle Rot.

Häufige Fragen

Welche Aquarellfarben sind gut für Anfänger?

Ein kleiner Kasten in Studienqualität, zum Beispiel Schmincke Akademie, Cotman oder Van Gogh. Achte darauf, dass je ein kühles und warmes Gelb, Rot und Blau dabei sind.

Sind teure Aquarellfarben ihr Geld wert?

Ab einem gewissen Können ja, weil sie kräftiger leuchten und sich sauberer mischen. Am Anfang lohnt sich gutes Papier mehr als teure Farbe.

Wie lange halten Aquarellfarben?

Eingetrocknete Näpfchen halten viele Jahre und lassen sich immer wieder anfeuchten. Eingetrocknete Tubenfarbe kannst du aufschneiden und wie ein Näpfchen benutzen.