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Malen mit Aquarellstiften

Aquarellstifte sehen aus wie Buntstifte. Sobald Wasser dazukommt, werden die Striche zu Aquarellfarbe. Für alle, die lieber zeichnen als mit dem Pinsel malen, ist das der einfachste Einstieg.

Zu den Übungen
Acht angespitzte Aquarellstifte in Blau, Violett, Türkis, Grün, Gelb, Orange und Rot
Foto: Shiftchange, Wikimedia Commons, CC0

So funktionieren Aquarellstifte

Die Mine eines Aquarellstifts enthält Pigment und ein Bindemittel, das sich in Wasser löst. Trocken zeichnest du damit wie mit einem Buntstift. Fährst du mit einem nassen Pinsel über die Striche, löst sich die Farbe und verläuft. Aus einer Schraffur wird eine Fläche, aus mehreren Farben ein Verlauf.

Wie stark sich die Striche auflösen, hängt vom Stift ab. Weiche Minen geben viel Farbe ab und werden fast so kräftig wie Farbe aus dem Kasten. Härtere Minen lassen oft die Strichrichtung durchscheinen. Das kann gewollt sein, etwa bei Holz oder Fell.

Aquarellstifte oder Farbkasten

AquarellstifteFarbkasten
Kontrollesehr genau, du zeichnest die Form vorfreier, das Wasser malt mit
Flächeneher klein bis mittelauch sehr groß
Mischenauf dem Papier, durch Übereinanderzeichnenauf der Palette und auf dem Papier
Unterwegssehr praktisch, mit Wassertankpinselbraucht Wasser und etwas Platz

Beides lässt sich gut kombinieren. Viele legen Flächen mit dem Kasten an und setzen Details mit dem Stift darauf. Welche Farben im Kasten sinnvoll sind, erklärt die Seite über Aquarellfarben.

Bekannte Marken

Fast alle großen Hersteller von Buntstiften haben auch Aquarellstifte. Einige Beispiele: Faber-Castell mit der Serie Albrecht Dürer, Caran d’Ache mit Supracolor und Museum Aquarelle, Derwent mit Watercolour und Staedtler mit Karat aquarell. Derwent Inktense ist eine Besonderheit. Diese Stifte enthalten Tinte, die nach dem Trocknen nicht mehr wasserlöslich ist. Du kannst also darübermalen, ohne dass die untere Schicht wieder anläuft.

Für den Anfang reicht ein Set mit 12 bis 24 Farben. Achte darauf, dass auf der Packung „aquarell“ oder „watercolour“ steht. Normale Buntstifte lösen sich in Wasser nicht.

Drei Übungen für den Anfang

Übung 1: Farbfeld auflösen

  1. Zeichne ein kleines Rechteck und schraffiere es zur Hälfte dicht, zur Hälfte locker.
  2. Fahre mit einem feuchten, nicht tropfnassen Pinsel einmal über das ganze Feld.
  3. Vergleiche die beiden Hälften. So lernst du, wie viel Strich du für welchen Farbton brauchst.

Übung 2: Verlauf aus zwei Farben

  1. Schraffiere von links Gelb, von rechts Blau, sodass sich die Striche in der Mitte überlappen.
  2. Löse beides mit Wasser an und arbeite dich von der hellen zur dunklen Farbe vor.
  3. In der Mitte entsteht Grün. Welche Farben sich wie mischen, kannst du im Farbkreis nachsehen.

Übung 3: In die nasse Fläche zeichnen

  1. Mach eine Fläche auf dem Papier mit sauberem Wasser feucht.
  2. Zeichne mit dem Stift direkt in die nasse Fläche. Die Striche werden weich und leuchten stark.
  3. Nach dem Trocknen setzt du mit trockenem Stift ein paar scharfe Linien darauf, etwa Blattadern.

Du kannst auch Farbe direkt von der Stiftspitze nehmen. Streich mit einem nassen Pinsel über die Mine und mal mit der gelösten Farbe wie aus dem Näpfchen.

Für Aquarellstifte reicht Papier ab etwa 200 g/m², für viel Wasser nimmst du besser 300 g/m². Mehr dazu steht beim Aquarellpapier. Wenn du eigene Mischungen planen willst, hilft dir der Farbmischer. Die Grundtechniken mit Pinsel findest du in der Anleitung für Anfänger.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Aquarellstiften und Buntstiften?

Die Mine von Aquarellstiften löst sich in Wasser und wird zu Aquarellfarbe. Normale Buntstifte bleiben auch nass ein Strich.

Welches Papier brauche ich für Aquarellstifte?

Für wenig Wasser reicht Papier ab etwa 200 g/m². Für größere nasse Flächen ist Aquarellpapier mit 300 g/m² besser.

Kann man Aquarellstifte und Aquarellfarbe kombinieren?

Ja. Häufig legt man Flächen mit Farbe aus dem Kasten an und zeichnet Details mit den Stiften darauf.