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Gouache: die deckende Schwester des Aquarells

Gouache ist eine Wasserfarbe wie Aquarell, deckt aber und trocknet matt. Du kannst Hell über Dunkel malen und Fehler übermalen. Hier steht, wann sich das lohnt.

Unterschied zu Aquarell
Gouache-Malerei mit drei Zitronen und einem blauen Krug in matten, deckenden Farbflächen

Was ist Gouache?

Gouache besteht wie Aquarellfarbe aus Pigment und Gummi arabicum als Bindemittel und wird mit Wasser vermalt. Der Unterschied liegt im Verhältnis: Gouache enthält mehr Pigment und oft zusätzlich helle Füllstoffe. Dadurch wird die Farbe deckend. Was darunter liegt, scheint nicht mehr durch. Getrocknet hat Gouache eine samtige, matte Oberfläche.

Der Name kommt über das Französische vom italienischen Wort guazzo, das so viel wie Wasserlache bedeutet. Viele kennen Gouache ohne den Namen: Der Deckfarbkasten aus der Schule arbeitet nach demselben Prinzip.

Gouache oder Aquarell: der Unterschied

AquarellGouache
Deckkraftlasierend, durchscheinenddeckend
Weiß und helle StellenPapier frei lassenmit weißer Farbe malen
Hell auf Dunkelkaum möglichohne Weiteres möglich
Fehler korrigierenschwer, nur abtupfen oder auswascheneinfach übermalen
Oberflächeleuchtend, transparentmatt, flächig
Arbeitsweisevon hell nach dunkelvon dunkel nach hell oder frei
PapierAquarellpapier, 300 g/m²Aquarellpapier oder fester Karton

Beide Farben bleiben nach dem Trocknen wasserlöslich. Bei Gouache heißt das: Malst du eine nasse Schicht über eine trockene, kann sich die untere wieder anlösen. Setz die obere Farbe deshalb zügig und ohne viel Reiben.

Material für den Anfang

  • Ein kleines Set mit Grundfarben und viel Weiß. Weiß verbrauchst du bei Gouache am schnellsten.
  • Papier mit mindestens 250 g/m². Aquarellpapier eignet sich, ebenso fester Malkarton.
  • Ein flacher Pinsel für Flächen und ein runder für Details.
  • Eine Palette mit Mulden, auf der die Farbe nicht so schnell eintrocknet.

Gouache gibt es in Künstlerqualität, etwa Schmincke Horadam Gouache, Winsor & Newton Designers Gouache oder Holbein Artists' Gouache. Daneben gibt es Acryl-Gouache. Sie sieht ähnlich matt aus, ist nach dem Trocknen aber wasserfest und lässt sich nicht mehr anlösen.

Erste Übung: Zitronen mit Krug

  1. Male den Hintergrund als ruhige Fläche in einem mittleren Ton. Die Farbe soll so dick sein wie Sahne, nicht so wässrig wie beim Aquarell.
  2. Setz die dunklen Formen: Schatten unter den Zitronen und die Schattenseite des Krugs.
  3. Male die Zitronen in einem mittleren Gelb darüber. Du darfst über den Hintergrund malen, die Farbe deckt.
  4. Setz zum Schluss helles Gelb und reines Weiß für Glanzlichter. Das ist der Moment, in dem Gouache ihre Stärke zeigt.

Trag die Farbe nicht zu dick auf. Sehr dicke Schichten können beim Trocknen reißen.

Wann Aquarell, wann Gouache?

Aquarell passt zu Himmel, Wasser, Blüten und allem, was leuchten und leicht wirken soll. Es verzeiht wenig, belohnt dich aber mit Licht, das kein anderes Malmittel so hinbekommt. Gouache passt zu Illustrationen, grafischen Flächen, Schriften und Bildern mit vielen hellen Details auf dunklem Grund.

Viele Malerinnen kombinieren beides: Sie malen ein Bild in Aquarell und setzen am Ende ein paar Glanzlichter mit weißer Gouache. Schon Albrecht Dürer hat so gearbeitet, zu sehen in der Galerie der Aquarellbilder. Wenn du mit Aquarell anfangen möchtest, findest du die Grundlagen bei den Aquarell-Techniken und die passenden Farben bei den Aquarellfarben.

Häufige Fragen

Was ist Gouache?

Eine wasserlösliche Farbe mit viel Pigment. Anders als Aquarell deckt sie und trocknet matt, sodass du Hell über Dunkel malen und Fehler übermalen kannst.

Kann ich Gouache und Aquarell zusammen verwenden?

Ja. Beide haben dasselbe Bindemittel. Häufig wird ein Aquarell am Ende mit weißer Gouache für Glanzlichter ergänzt.

Ist Gouache wasserfest?

Nein. Klassische Gouache lässt sich nach dem Trocknen wieder anlösen. Nur Acryl-Gouache ist nach dem Trocknen wasserfest.