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Aquarellpapier: worauf es ankommt

Das Papier entscheidet mehr über dein Bild als Farbe oder Pinsel. Auf dem falschen Blatt wellt sich alles und die Farbe macht Ränder. Hier siehst du, welches Papier sich wofür eignet.

Zu den Unterschieden

Grammatur: wie schwer das Papier ist

Die Zahl in g/m² gibt an, wie viel ein Quadratmeter des Papiers wiegt. Je höher sie ist, desto dicker ist das Blatt und desto mehr Wasser verträgt es. Normales Druckerpapier hat etwa 80 g/m². Für Aquarell ist das viel zu dünn.

GrammaturWofür
bis 200 g/m²Skizzen mit wenig Wasser, Aquarellstifte. Wellt sich stark.
300 g/m²der Standard für fast alles. Wellt sich wenig, vor allem im Block.
ab 600 g/m²sehr nasse Arbeiten und große Flächen. Bleibt fast ganz flach.

Für den Anfang ist 300 g/m² die richtige Wahl. Darauf gelingen Nass in Nass, Lasuren und Verläufe, ohne dass du das Blatt vorher aufspannen musst.

Oberfläche: glatt, feinkörnig oder rau

Aquarellpapier gibt es in drei Oberflächen. Sie entstehen bei der Herstellung, je nachdem ob das nasse Papier heiß gepresst wird oder nicht.

Satiniert (heißgepresst)

Die Oberfläche ist glatt. Feine Linien und Details gelingen gut, auch Federzeichnungen mit Tusche. Die Farbe trocknet aber schnell und zeigt gern harte Ränder. Für Anfänger ist das schwieriger.

Matt oder feinkörnig (kaltgepresst)

Das ist die häufigste Oberfläche und für den Einstieg die beste. Die leichte Körnung hält die Farbe etwas länger nass. Flächen werden gleichmäßiger, und Verläufe gelingen leichter.

Rau

Die starke Struktur bringt Leben in Landschaften. Zieht man einen fast trockenen Pinsel darüber, bleiben weiße Pünktchen stehen, etwa als Glitzern auf Wasser. Für kleine Motive und feine Details ist rau weniger geeignet.

Baumwolle oder Zellulose

Gutes Aquarellpapier besteht ganz oder teilweise aus Baumwolle. Das steht auf dem Block oft als „100 % Baumwolle“ oder „Hadern“. Baumwollpapier nimmt das Wasser gleichmäßig auf, verzeiht Korrekturen und hält auch mehrere Schichten aus. Papier aus Holzzellulose ist deutlich günstiger. Die Farbe zieht dort schneller ein, Flecken lassen sich kaum noch anheben.

Zum Üben reicht Zellulosepapier völlig. Wenn ein Bild gelingen soll oder du mit vielen Schichten arbeitest, lohnt sich ein Block aus Baumwolle. Bekannte Hersteller von Aquarellpapier sind zum Beispiel Arches, Hahnemühle, Canson und Fabriano. Die meisten bieten beide Sorten an.

Block, Bogen oder Spiralblock

  • Im Block ist das Papier an allen vier Seiten verleimt. Es bleibt beim Malen gespannt und wellt sich kaum. Erst wenn das Bild trocken ist, löst du das Blatt mit einem Messer an der kleinen Lücke im Leim.
  • Einzelne Bögen sind günstiger und groß. Du klebst sie mit Malerkrepp oder Nassklebeband auf eine Platte, damit sie flach bleiben.
  • Spiralblöcke sind praktisch für unterwegs und Übungen. Da das Blatt nicht verleimt ist, wellt es sich stärker.

Teste dein Papier in fünf Minuten

Bevor du ein ganzes Bild malst, probierst du an einer Ecke drei Dinge aus.

  1. Male eine Fläche mit viel Wasser. Wird sie gleichmäßig oder bilden sich Ränder?
  2. Setze Farbe in eine noch nasse Fläche. Verläuft sie weich oder zieht sie sofort ein?
  3. Tupfe nach dem Trocknen mit einem feuchten Pinsel auf die Farbe und nimm sie mit Küchenpapier auf. Gute Papiere lassen sich so etwas aufhellen.

Halte das Blatt gegen das Licht. Manche Hersteller prägen ein Wasserzeichen ein. Die Seite, auf der es richtig herum lesbar ist, ist meist die Malseite.

Welche Farben gut zu deinem Papier passen, steht bei den Aquarellfarben. Wie du eine Probe für deine Mischungen anlegst, zeigt der Farbmischer, und welche Töne zueinander passen, siehst du im Farbkreis.

Häufige Fragen

Welches Papier ist für Aquarell-Anfänger am besten?

Ein Block mit 300 g/m², matter Oberfläche und allseitiger Verleimung. Zum Üben reicht Zellulose, für schöne Bilder lohnt Baumwolle.

Warum wellt sich mein Aquarellpapier?

Das Papier dehnt sich, wenn es nass wird. Dünnes Papier unter 300 g/m² und lose Blätter wellen sich stärker. Ein verleimter Block oder Malerkrepp an allen Seiten hilft.

Kann ich auf beiden Seiten von Aquarellpapier malen?

Ja, viele Papiere lassen sich beidseitig nutzen. Die Oberflächen sind aber oft leicht verschieden. Für Übungen ist die Rückseite gut geeignet.